Dienstag, 12. November 2013

Das KK-Phänomen



Nach meinem Beitrag gestern, möchte ich euch heute nur ganz kurz von "Kleiderkreisel" berichten: Die gute Alternative zum Wegschmeißen von Klamotten: Ein Online-Flohmarkt für Klamotten. Wer sich für die Seite interessiert, der kann sich einfach ein wenig auf www.kleiderkreisel.de umschauen.

Ich habe mich vor ein paar Monaten registriert, ein paar Sachen eingestellt und ein paar gekauft. Und nach und nach, wie das eben so ist, steigt man mehr und mehr in den dort herrschenden "Lifestyle" ein und versteht (oder versteht eben nicht) die Mentalität der Leute da.

Ich, als großer Listen-Fan, hab deshalb zwei Listen vorbereitet: Ganz klassisch, PRO und KONTRA.


PRO
KONTRA
- Alternative zum richtigen Flohmarkt, zum Wegschmeißen und Verschenken:
Hier bekommt man noch etwas für seine Klamotten aus der letzten Saison. Der Verkauf lohnt sich, gerade Markenkleidung geht weg wie warme Semmeln. Und das zu fairen Preisen!
- Betrügen und betrogen werden:
Aufgrund der Anonymität bei Kleiderkreisel und der Leichtgläubigkeit der Nutzer kommt es ständig zu falschen Angeboten, überwiesenem Geld aber keiner Lieferung, etc. Hier heißt es: Aufpassen und über Paypal bezahlen, Adresse und Benutzername notieren, damit im Ernstfall Anzeige erstattet werden kann.

- nette Menschen:
Vielleicht hatte ich bisher nur Glück, aber ich habe bisher ausschließlich nette Menschen kennengelernt. Man konnte ohne Streit diskutieren. Sei es über Preise oder über die (manchmal sehr lange) Liefer-/Überweisungsdauer.

- Schrott:
Viele Leute verkaufen hier wirklich nur ihre abgetragenen Klamotten, die niemand mehr anziehen möchte. Das Angebot ist ohnehin schon riesig, dieser Müll verhindert leider, dass man findet, was man sucht.


- too much information!
Und das wäre auch schon der nächste Punkt: Wenn man nicht genau weiß, was man sucht, dann ist man aufgeschmissen. Wenn ich nur nach einem Pullover in Größe S suche, dann bekomme ich 2000 Angebote. Wer klickt sich da schon durch, ohne die Nerven zu verlieren?


- Unzuverlässigkeit:
Auch wenn sie nett sind, manche Kreisler und Kreislerinnen sind wirklich unzuverlässig. Das Paket liegt tagelang bei ihnen zuhause herum, bis es endlich mal zur Post kommt und man wartet manchmal mehrere Wochen auf eine Lieferung. Schade, aber Glücks-/Pechsache.

 - Forum:
Ich finde es schön, dass es eine Kreisler-Community gibt. Es gibt hier eine eigene Mentalität die zwischen den Leuten herrscht: Man tauscht Klamotten, Filme, Bücher und hat überhaupt kein Problem „benutzte“ Dinge wieder zu verwenden. Ich finde diese Denkweise grandios, vor allem weil sich hier sehr viele junge Menschen tummeln. Entgegen der heutigen Wegwerf-Gesellschaft wird hier jeden  Tag recycelt.

- öffentliches Forum:
Jeder kann mitlesen, viele sind mit echtem Namen, beinahe jeder mit eigenem Foto  unterwegs. Trotzdem findet man Beiträge, wie:

- „Männliche Käufer sind mir suspekt!“
- „Ich habe mich geritzt“
- „Mein Freund ist vom Kiffen abhängig“


- Anonymität ausnutzen:
Viele dieser Beiträge werden auch anonym  gepostet. Allerdings finde ich es bedenklich, dass man sich hier mit oft schwerwiegenden Problemen an eine Community wendet, die sich hauptsächlich über Mode austauscht.


- Ratschläge:
Die Ratschläge die hier erteilt werden sind wirklich nur sehr selten durchdacht. Man hat schnell ein paar Sätze getippt und abgeschickt, aber der Thread-Starter legt eventuell sehr viel Wert auf das Geschriebene, obwohl es vielleicht nur ein flüchtiger Gedanke war.
Harmloses Beispiel: Ein Mädchen hat ein Portemonnaie mit mehreren hundert Euro im Supermarkt  gefunden. Ein anderer rät ihr, das Portemonnaie doch einfach zu behalten, interessiere doch ohnehin niemanden.
Wohin soll denn eine solche Moral führen?


- Jugenschutz:
Geschäftsfähig ist man mit 14, also darf man auch auf Kleiderkreisel mit 14 loslegen. Einige Mitglieder sind noch jünger. Ein Jugendschutz herrscht hier kaum. In den Foren gibt es keine Zensur, nicht ausreichend Moderatoren und keinen Respekt vor den Kindern/jungen Jugendlichen, die auf der Seite unterwegs sind. Sie werden ungefiltert mit Vulgarität, Hasstiraden, Vorurteilen und fehlendem Schutz vor Betrügern ausgesetzt. Da das leider überall im Internet so ist und vermutlich jeder von ihnen schon auf Facebook unterwegs ist, macht das aber vermutlich gar nichts aus. Schade.



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