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| Naturwissenschaftliche Grundbildung/Lesekompetenz: Sachsen und Thüringen immer vorn mit dabei und auch Bayern (mit meiner Meinung nach besserer G8-Organisation) schneidet sehr gut ab .(Quelle: tresselt.de/pisa) |
Zunächst einmal möchte ich auf folgendes hinweisen: Die
Ostdeutschen packen das G8-Abi seit Jahrzehnten. Ganz weit vorne dabei: Sachsen
und Thüringen. Die haben seit knapp sechzig Jahren das, was heute alle das „Turbo-Abi“
schimpfen. Aber wo liegt der Unterschied zwischen ost- und westdeutscher
Schulpolitik?
Mittlerweile kehren hier in NRW viele Schulen zum „alten“ G9 zurück. Und das, nachdem gerade mal ein einziger Jahrgang den G8-Abschluss gemacht hat. Damals wurde aus den Lehrplänen nichts gestrichen, sondern nur kompensiert: Und genau das ist der Fehler. Für den plötzlich auftauchenden Ganztagsunterricht waren viele Schulen nicht gemacht: Es gab keine Mensen und kein Betreuungsangebot. All das wurde ruck-zuck improvisiert und hat schlechten Eindruck bei Eltern und Lehrern hinterlassen.
In ein paar Jahrzehnten, wenn man von dem Tempo ausgeht, in dem die Bildungspolitik für gewöhnlich vorgeht, wäre G8 für alle ganz normal. Die Lehrpläne wären entrümpelt und es gäbe ausgestattete Schulen. G8 bekommt diese Chance allerdings gar nicht.
Nächstes Problem ist der Inhalt der Lehrpläne. Meiner
Meinung nach fehlen Fächer wie „Lernen lernen“ oder ein Fach, das sich
ausschließlich damit beschäftigt, wie man seine Zukunft gestaltet. Es müsste
eigens angestelltes Personal geben, das sich nur damit beschäftigt, wie ein
Siebzehnjähriger Abiturient wissen kann, was er studieren, als was er arbeiten
und wie er später leben möchte. Ansonsten fehlt den Schülern nach dem Abitur
schlicht und ergreifend die nötige Unterstützung, die man fast noch
pubertierenden Teenagern dringend geben muss!
Ich finde G8 gut. Ich traue mich diese Aussage zu machen,
obwohl ich selber noch in einem G9-Jahrgang Abitur gemacht habe. Möge es Steine
auf mich niederhageln. Meine Eltern sagen gerne „Das Abitur ist heute doch viel
leichter, als damals“ und viele Lehrer sagen, dass man heute viel zu schnell
Einsen verteilt, das habe es früher nicht gegeben.
Ich kann das ein klein wenig
nachvollziehen, wenn es um die Umstellung zur Universität geht. Hier herrscht
plötzlich ein ganz anderes Klima: Nur 22 Wochenstunden, juhu. Fahrtzeit: Jeden
Tag zwei Stunden, fünf Tage die Woche. Da haben wir schon die 32 Stunden
Schulwoche. Und jetzt, Vor – und Nachbereitung: Lektüren lesen, Übungsblätter
lösen, nächstes Seminar vorbereiten, weiterlesen, sich weiterbilden, Praktika
machen… Das ist auf einmal eine ganz andere Hausnummer. Spätestens in der
Oberstufe sollte man hierauf vorbereitet werden.
Mein Vorschlag: 30
Schulstunden in der Woche, aber dafür mehr Eigenarbeit zuhause, die spätestens
an der Universität geleistet werden muss. Allerspätestens jedoch im
Berufsleben.
Ich erlebe es immer wieder, dass ich im Seminar sitze und
die ersten fünfzehn Minuten einer Fragestunde gleichen. „Kommt das in der
Klausur?“, „Müssen wir das alles lesen?“, „Geben sie uns mal ne Probeklausur?“
(fünf Monate vor der Prüfung!), „Müssen wir das können?“, „Sagen sie uns noch,
was in der Klausur dran kommt?“.
Hier wird nicht vorgekaut, wie auf dem Gymnasium. Hier wird nicht stundenlang etwas geübt, was nachher dran kommt. Man muss es selber machen! Sich selbst aufraffen, sich an den Schreibtisch setzen, sich anstrengen.
Liebe Eltern, es hilft nichts die Hausaufgaben mit euren
Kindern bis zum Abitur stets gemeinsam zu machen.
Liebe Bildungspolitiker, sorgt dafür, dass sie in der Schule lernen, wie sie es allein hinkriegen!
Liebe Lehrer, ihr könnt wenig dafür, gebt den Schülern nur eine Zukunftsperspektive!
Liebe Bildungspolitiker, sorgt dafür, dass sie in der Schule lernen, wie sie es allein hinkriegen!
Liebe Lehrer, ihr könnt wenig dafür, gebt den Schülern nur eine Zukunftsperspektive!

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